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UNO will Atomkraft! Was tun?

Bericht von der OMV Göttingen am 19. August

Seit der „Atomic Power for Peace“-Rede des US-Präsidenten Eisenhower vor der UNO-Generalversammlung im Jahr 1953 ist die Versorgung der Menschheit mit Atomenergie beschlossene Sache. Es hat bis heute keinen anderslautenden Beschluss gegeben. Man hatte schon damals gesehen, dass die Vorräte an fossilen Energien nicht ewig halten würden, dass der Kampf um sie häufiger Kriegsgrund sei und dass ihre Verwendung zu Emissionen und Klimawandel führe. Die Atomindustrie sollte Lösung für quasi alle Probleme sein. Jedoch gibt es seit den 60er Jahren immer wieder heftigsten Widerstand der Bevölkerung, wo Atomtechnik in die Tat umgesetzt wird. Statt der laut Atomindustrie nur alle paar tausend Jahre wahrscheinlichen schweren Atomunfälle gab es inzwischen schon mindestens drei: Harrisburg 1979, Tschernobyl 1986, Fukushima 2011. Es kann daher niemanden wundern, dass Tricksen und Tarnen im Zusammenhang mit Atomtechnik an der Tagesordnung ist.

Unsere Ortsmitgliederversammlung (OMV) begann mit einem Vortrag, welcher über die Konkretheit der Planungen informierte: Seit Jahrzehnten werde geplant, mit Hilfe von Atomreaktoren der sogenannten IV. Generation die Menschheit mit Strom und Wasserstoff zu versorgen. Wir erfuhren, dass Wasserstoff eine Grundsubstanz ist, um z.B. weiterhin Stahl herzustellen, dies aber ohne den Einsatz von Koks und daher ohne CO2-Emissionen. Ähnliche Bedeutung habe Wasserstoff für Düngemittelproduktion, Verpackungsindustrie und als Treibstoff für Mobilität. Befürworter einer nuklearen, also atombetriebenen Wasserstoffwirtschaft weisen darauf hin, dass diese nichts zu den weltweiten CO2-Emissionen beitrage, da der Wasserstoff so ohne CO2-Emissionen hergestellt werde. Im September 2000 stellte Joschka Fischer vor der UN-Vollversammlung den Eintritt Deutschlands in das Wasserstoffzeitalter vor und forderte andere Staaten auf, dies gleichzutun. Seit 2000 stieg weltweit in einer nie dagewesenen Form die Forschung für nukleare Wasserstoffwirtschaft, fachlich geführt von deutschen Forschungsinstituten.

In der heutigen Öffentlichkeit ist stets in Verbindung mit Wasserstoff von der Produktion mit Strom aus Wind und Sonne die Rede. Trotzdem gab es nach weiteren Nachweisen der weltweiten Planungen in Gestalt z.B. einer Studie des Masachusetts Institute for Technology (MIT) von 2018 bei den Teilnehmer*innen der OMV keinen Zweifel mehr: Die Planungen einer nuklearen Wasserstoffwirtschaft, die Beteiligung der Bundesregierung und von Forschungsinstituten sind spätestens seit 2002 sehr real. Man fragte sich aber, was man dagegen unternehmen solle.

Der Vortrag stellte die These in den Raum, dass man ohne radikale Energieeinsparung entweder konventionelle fossile Energien oder Atomkraft brauche. Verhandlungsführer der Grünen vom Atomausstieg 2001 geben offen zu, dass der Wiedereinstieg in die Atomenergie unausweichlich ist, wenn die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Es ist klar: Energieeinsparungen müssten ganze Branchen durch andere Verfahrensweisen oder andere grundlegende Veränderungen fast vollständig überflüssig machen oder ersetzen. Dies müsste das Ende der energieintensiven Industrien, wie wir sie kennen, bedeuten. Alles andere wären Illusionen und Täuschungsmanöver. Bei diesen Erkenntnissen scheint die weitere Untersuchung und Diskussion und davon ausgehend auch die Kommunikation in unsere Partei hinein eine Aufgabe für unseren Kreisverband zu sein.

meng

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