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Die Linke. Nds

Mehr Geld für Hebammen!

Am 5. Mai ist internationaler Hebammentag. Es zeigt sich, dass sich ihre Proteste für bessere Bezahlung in der Vergangenheit gelohnt haben. Denn ab 2025 werden Hebammen im Pflegebudget des Krankenhauses berücksichtigt. Das bedeutet, dass sie nicht mehr über Fallpauschalen finanziert werden, sondern die tatsächlichen Lohnkosten von den Krankenkassen bezahlt werden. Damit lohnt es sich für Krankenhäuser jetzt nicht mehr, bei Hebammen zu sparen. Nötig sind jedoch weitere Verbesserungen, darauf weist DIE LINKE hin.

Dazu sagt die Vorsitzende der Partei DIE LINKE Niedersachsen Franziska Junker: „Egal ob im Krankenhaus, im Geburtshaus oder bei der Nachbetreuung zuhause – überall gibt es zu wenig Hebammen. Das wollen wir ändern. Die international übliche Eins-zu-Eins-Quote, also dass eine Hebamme nur eine Geburt gleichzeitig betreut, muss auch in Deutschland Standard werden. Und zwar mit vollständig ausgebildeten Hebammen. Davon sind wir leider weit entfernt. In den Krankenhäusern gibt es einen krassen Mangel an Hebammen, teilweise durch künstlich erzeugte Einsparungen und verstärkt durch Abwanderungen wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Ein Ergebnis davon ist, dass eine Hebamme oft zwei, drei Geburten gleichzeitig betreuen muss. Die Krankenhäuser müssen künftig genau das Geld erhalten, was sie ausgeben. Und auch für freiberufliche Hebammen fordern wir schon seit Jahren Verbesserungen bei der Vergütung. Da in den letzten Jahren viele Hebammen den Beruf aus finanziellen Gründen aufgegeben haben oder in den nächsten 10 bis 15 Jahren in Ruhestand gehen werden, ist es höchste Zeit, den Beruf finanziell attraktiver zu machen. Sonst werden die Mütter, Kinder und Väter oft ohne Hebamme auskommen müssen.“

Zum Hintergrund: Da in Niedersachsen immer mehr Krankenhäuser geschlossen werden, gibt es auch immer weniger Kreißsäle. Jede Geburt wird grundsätzlich mit demselben Betrag vergütet. Krankenhäuser mit vielen Geburten haben geringere Kosten pro Geburt und somit mehr Gewinn. Krankenhäuser mit weniger Geburten haben dagegen höhere Kosten und machen daher Verlust. Dieses rein ökonomisch ausgerichtete Vergütungssystem ist Teil der Probleme der Hebammen. Sie fordern zurecht eine gute Betreuung der werdenden Mütter.

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