Veranstaltung: Wie Palästina von der Landkarte verschwinden soll.

Nach dem 7. Oktober 2023 war der sogenannte Palästina-“Konflikt“ wieder in aller Munde. Für viele ein Befreiungsschlag gegen die unmenschliche Besatzung, für andere ein brutales Massaker von Islamisten. Nach vielen Jahren des Ignorierens und Beschwichtigens der Verhältnisse in Palästina und der Lebensbedingungen der Menschen konnte die (vor allem die west-) europäische Gesellschaft die Augen nicht länger verschließen. 

Der größte Teil der deutschen Öffentlichkeit machte die Hamas für alles verantwortlich. Doch schon der UN-Generalsekretär  António Guterres verurteilte in einer Stellungnahme von 28. Okober 2023 diese Angriffe, fuhr dann aber fort, daß die Angriffe der Hamas „nicht in einem Vakuum stattgefunden“ hätten. „Das palästinensische Volk hat 56 Jahre lang unter einer erdrückenden Besatzung gelitten. Es hat mit ansehen müssen, wie sein Land immer mehr von Siedlungen verschlungen und von Gewalt geplagt wurde, wie seine Wirtschaft unterdrückt, seine Menschen vertrieben und seine Häuser zerstört wurden. Ihre Hoffnungen auf eine politische Lösung für ihre Notlage haben sich in Luft aufgelöst.“ Von dieser Wahrheit wollten die deutsche Öffentlichkeit und fast alle Parteien in trauter Einigkeit nichts wissen.

Nein, der „Konflikt“ begann nicht erst am 7. Oktober, auch nicht 1948 oder während der Nazizeit in Deutschland, sondern schon viel früher. Schon im 19. Jahrhundert entstand in Europa eine zionistische Bewegung, die auf einen eigenen Staat auf dem Gebiet des historischen Palästina hinarbeitete. Also schon lange vor der faschistischen Herrschaft in Deutschland …

Es ist höchste Zeit, sich mal wieder mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft Palästinas auseinanderzusetzen. Auch mit dem jetzigen Waffenstillstand in Gaza, der den mörderischen Angriffen Israels folgt – der Internationale Gerichtshof spricht davon, daß der Vorwurf des Volkmords plausibel sei –, haben sich die Ziele Israels nicht geändert: ein Groß-Israel und die Vertreibung der PalästinenserInnen.

Mit der teilweise in Deutschland verbotenen Losung „From the river to the sea, Palestine will be free“ fordern PalästinerserInnen und UnterstützerInnen ein freies Palästina ohne Apartheid und ohne Unterdrückung für alle dort lebenden Menschen .

Um hierüber mehr zu erfahren und zu diskutieren, haben wir Arne Andersen ­­­ (*1) eingeladen, der sich ausführlich mit der Thematik befaßt hat und ein ausgewiesener Kenner dieser Geschichte ist.

Wann: Freitag, 7. Februar 2025, 18 Uhr
Wo: Saal der Roten Hilfe, Lange Geismarstr. 3
VeranstalterInnen: Kommunistische Plattform der Partei Die Linke (OG Göttingen) + LeserInneninitiative der Tageszeitung junge Welt – Göttingen

 

(*1) Arne Andersen (PD Dr. phil., geb. 1951) ist Historiker; er lebt in Hamburg und ist bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Autor ist in der Palästina-Solidarität aktiv und Mitglied bei BIP, DPG, Attac, GEW und dem FC St. Pauli.

Neueste Buch-Veröffentlichung 2024: Apartheid in Israel – Tabu in Deutschland? (Neuer ISP Verlag). Der Autor wird einige Exemplare des Buches mitbringen, die dann käuflich erworben werden können.