Putin-Versteher und Anti-Amerikaner?
Wladimir Putin ist bestimmt nicht der „lupenreine Demokrat“, als den ihn Gerhard Schröder mal beschrieben hat. Aber unter den vielen Staatsführer/innen der westlichen Staaten- und Wertegemeinschaft ließen und lassen sich auch nach genauerer Betrachtung auch nur wenige „lupenreine Demokraten/innen“ finden.
Putin als Satan, Busch und Obama als Friedensengel und Demokratieverteidiger? Wer die Situation in der Ukraine etwas differenzierter betrachtet, wer die Ängste der Russen und ihrer Regierung vor einer militärischen Einkreisung durch eine Nato-Osterweiterung thematisiert, wer die Wirtschaftssanktionen und ihre Auswirkungen in Frage stellt, wird mit dem mittlerweile als Schimpfwort geltenden Begriff des Putin-Verstehers belegt.
Wladimir Putin ist bestimmt nicht der „lupenreine Demokrat“, als den ihn Gerhard Schröder mal beschrieben hat. Aber unter den vielen Staatsführer/innen der westlichen Staaten- und Wertegemeinschaft ließen und lassen sich auch nach genauerer Betrachtung auch nur wenige „lupenreine Demokraten/innen“ finden.
Putin als Satan, Busch und Obama als Friedensengel und Demokratieverteidiger? Wer die Situation in der Ukraine etwas differenzierter betrachtet, wer die Ängste der Russen und ihrer Regierung vor einer militärischen Einkreisung durch eine Nato-Osterweiterung thematisiert, wer die Wirtschaftssanktionen und ihre Auswirkungen in Frage stellt, wird mit dem mittlerweile als Schimpfwort geltenden Begriff des Putin-Verstehers belegt. Bisher war ich immer noch der Meinung, das Hineinversetzen in den anderen, der Versuch seine Sichtweise und ggf. auch Ängste zu „verstehen“, wäre ein wesentlicher Bestandteil von Diplomatie. Das scheint aber für viele längst nicht mehr der Fall zu sein, wie die empörten Reaktionen auf den Appell von so unterschiedlichen Menschen wie u.a. Roman Herzog, Gabriele Crone-Schmalz, Gerhard Schröder, Mario Adorf von Mitte der Woche zeigen, die vor einer Isolierung Russlands warnen.
Wer den menschenverachtenden Drohnenkrieg von Obama oder aktuell die Dankeshymne des Ex-US-Präsidenten Bush für die Folterarbeit der CIA kritisiert, muss schon fast zwangsläufig mit dem Vorwurf des Anti-Amerikanismus rechnen.
Es muss in „Schwarz-Weiß“ und „Gut und Böse“ gedacht werden, Differenzierungen sind unerwünscht in Zeiten der stromlinienförmigen Meinungsmache, insbesondere auch der allermeisten Medien. Es scheint, als müssten wieder klare Feindbilder anstelle von vertrauensbildenden Maßnahmen und friedlicher Koexistenz treten.
Auch wenn es schwer ist gegen den Mainstream der Massenmedien und großen Teilen der Politik anzukommen, wir müssen gerade jetzt weiterhin unsere Stimme für differenzierte, friedensstabilisierende Maßnahmen erheben, um uns nicht erneut in die Fehler der kriegerischen Vergangenheit unseres Kontinentes drängen zu lassen.

