Gorbatschow mahnt: Die Welt steht an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg
Und wenn ein zum Helden stilisierter plötzlich zum Kritiker wird ändern sich auch die Kommentare über ihn. So titelt z.B. unsere Regionalzeitung: „Gorbatschow verpasste den Feiern eine frostige Note“
Als Wowereit zur Eröffnung seiner Rede anlässlich der Jubelfeier zum 25. Jahrestage des Mauerfalls die sogenannte Prominenz begrüßte, rührte sich bei der Nennung von Biermann, Gauck und anderen kaum eine Hand. Bei Lech Walesa kam etwas Applaus auf und als er dann Michail Gorbatschow nannte, brandeten unüberhörbar Gorbi, Gorbi-Rufe auf.
Und wenn ein zum Helden stilisierter plötzlich zum Kritiker wird ändern sich auch die Kommentare über ihn. So titelt z.B. unsere Regionalzeitung: „Gorbatschow verpasste den Feiern eine frostige Note“
Als Wowereit zur Eröffnung seiner Rede anlässlich der Jubelfeier zum 25. Jahrestage des Mauerfalls die sogenannte Prominenz begrüßte, rührte sich bei der Nennung von Biermann, Gauck und anderen kaum eine Hand. Bei Lech Walesa kam etwas Applaus auf und als er dann Michail Gorbatschow nannte, brandeten unüberhörbar Gorbi, Gorbi-Rufe auf. Um dem nicht all zu viel Raum zu geben und damit „der Zeitplan nicht durcheinander geriet“, haspelte der noch Regierende schnell seinen weiteren Redetext runter. Denn so wohl gelitten war der einstmalige Held aus der Sowjetunion seit seiner mahnenden Wort vom Vortage nicht mehr bei größeren Teilen der teilnehmenden Politprominenz. Warum?
Er kritisierte die Politik des Westens, indem er im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt vor einem neuen Kalten Krieg warnte. Der Westen habe seine nach der Wende von 1989 gegebenen Versprechen nicht gehalten. Man habe versucht die Umwälzungen in Russland und die damit einhergehende Schwächung auszunutzen. Insbesondere die USA würden sich zwischenzeitlich wie die einzig wahre Weltmacht gebärden.
Zusammenfassend sagte Gorbatschow: „Die Ereignisse der vergangenen Monate sind die Konsequenzen aus einer kurzsichtigen Politik, aus dem Versuch, vollendete Tatsachen zu schaffen und die Interessen des Partners zu ignorieren.“ Ob da die Aussage unserer Kanzlerin „Wir können die Dinge zum Guten Wenden – das ist die Botschaft des Mauerfalls.“ noch so ganz stimmig ist?
