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Die Linke. Nds

LINKE. Niedersachsen für ein respektvolles Nebeneinander von Mensch und Wolf

In der Öffentlichkeit wird zunehmend über den Wolf diskutiert. Dabei gilt der Wolf als „prioritär geschützte Art“ durch die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH). Es darf nicht zur so genannten Entnahme, sprich Tötung kommen ohne vorheriger genetische Identifizierung des schadensverursachenden Tieres. Aus häufig nicht wissenschaftlich belastbaren Gründen will die Landesregierung laut Entwurf zur Niedersächsischen Wolfsverordnung ganze Wolfsrudel einschließlich Welpen töten lassen. Der Schutzstatus dieser Tiere wird bewusst unterlaufen entgegen der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) mit bewusst schwammig und interpretationsoffen gewählten Formulierungen. Auffällig ist bereits die vorangegangene Änderung im Bundesnaturschutzgesetz mit § 45a. Ein ganzes Rudel kann demnach Tier für Tier getötet werden ohne vorherige Identifikation.

Dazu Heidi Reichinnek, Landesvorsitzende Die LINKE. Niedersachsen: „Warum erfährt gerade der Wolf derartig viel Aufmerksamkeit? Vielleicht liegt es daran, dass die Verantwortlichen der Meinung sind, hier ein symbolisches Problem einfach mit einer Kugel erledigen zu können, Sicherheit zu versprechen. Dabei ist die illegale Tötung bereits heute offiziell die zweithäufigste Todesursache des Wolfes nach Autounfällen. DIE LINKE setzt sich ein für eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Verbraucher*innen. Bei einem Wolfsriss muss schnell und unbürokratisch Hilfe gewährt werden. Wichtiger ist jedoch eine Finanzierung und Unterstützung bei Schutzmaßnahmen in Form von Zäunen, Herdenschutzhunden und Beratungsangeboten bis zum wolfabweisenden Schutz von Rindern, Kälbern sowie Kleinpferden und Ponys.“

Jochen Wenk, Mitglied im Kreisverband Lüneburg, ergänzt: „Überdies sollte Niedersachsen sich stark machen für eine zusätzliche Weidetierprämie für Schäfer*innen und Tierhalter*innen zur Anerkennung ihrer ökologischen Mehrleistung. Denn seit längerem schon titeln Schlagzeilen vom Schäfer als aussterbenden Beruf aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage - auch ohne Wolf. Dabei sind auch wir der Überzeugung, dass der Wolf ein starkes Symbol sein kann: ein Symbol für die Rückkehr der Natur, ein Zeichen des Anstoßes weg von einer Wirtschaftsweise nach Schablone, die alles in ihre Norm pressen will ohne Rücksicht auf Verluste, hin zu einer gesellschaftlichen Verantwortung für die Bewahrung der natürlichen Vielfalt. DIE LINKE im Bundestag hat bereits gegen die Aufweichung des Bundesnaturschutzgesetzes gestimmt.“