Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Die Linke. Nds

Einzelhandel: Tarifflucht und Lohndumping mit armutsfestem Mindestlohn und Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen entgegentreten

Mit Blick auf die zweite Verhandlungsrunde in den Tarifverhandlungen im Einzelhandel am 10. Juni 2021 macht Lars Leopold, Landesvorsitzender der niedersächsischen LINKEN, deutlich: „Die Gehälter im Einzelhandel sind häufig so niedrig, dass die Beschäftigten oftmals nicht über die Runden kommen und beim Sozialamt aufstocken müssten. Das wirkt sich natürlich später auch auf die Renten aus, die nicht einmal zum Leben reichen werden. Dabei hat der Einzelhandel trotz Pandemie letzten Jahr den höchsten Umsatzanstieg seit 1994 erwirtschaftet. Dieses Umsatzplus ist einzig und allein den Beschäftigten und ihrem unermüdlichen Einsatz unter enormen Arbeitsbelastungen zu verdanken!“

In der aktuellen Tarifrunde verhandeln die Gewerkschaft ver.di und der Handelsverband Niedersachsen-Bremen über Erhöhungen der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen für die rund 330.000 Einzelhandelsbeschäftigten in Niedersachsen und 46.000 in Bremen. Gefordert wird eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro im Monat sowie der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro monatlich. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde. 

„Angesichts der riesigen Vermögen der Eigentümer ist es ein Skandal, dass sich Lidl, Kaufland und die anderen großen Supermarktketten trotz steigender Umsätze und satter Gewinne dagegen sperren, ihre Beschäftigten anständig zu bezahlen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer, die unsere Versorgung auch in der Krise sicherstellen, dürfen nicht mit Beifall abgespeist werden. Deshalb stehen wir solidarisch an der Seite der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft!“, betont Leopold.

LINKEN-Co-Vorsitzende und Bundestagskandidatin, Heidi Reichinnek, ergänzt: „Ein großes Problem ist der gnadenlose Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen. Billige Preise an den Regalen resultieren nicht nur aus einem möglicherweise geschickten Einkauf der Waren, sondern vielfach durch Lohndumping und Tarifflucht. Um dem endlich entgegenzuwirken, hilft nur ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 13 Euro und die gesetzliche Möglichkeit, Tarifverträge auf Antrag einer Gewerkschaft als allgemeinverbindlich erklären zu lassen. Aber sowohl beim Mindestlohn als auch der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen lässt die Bundesregierung die Beschäftigten im Einzelhandel seit Jahren im Stich. Deshalb unterstützen wir die Gewerkschaft ver.di in der aktuellen Tarifrunde mit ihren berechtigten Forderungen nach fairer Entlohnung und einem rentenfesten Mindestentgelt!“