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Nicht nur zum Frauentag: Pflegearbeit ist mehr wert

Wo bleibt das zusätzliche Pflegepersonal?
Der Protest von Pflegekräften, Gewerkschaften und der LINKEN hat Wirkung gezeigt. Zum 01.01.2019 ist das Pflegepersonalstärkungsgesetz in Kraft getreten. Damit ist ein Richtungswechsel erzwungen worden: Statt Fallpauschalen bekommen die Krankenhäuser für die Pflege die tatsächlichen Kosten für das Personal erstattet. Die Kosten für jede zusätzliche und jede aufgestockte Stelle wird von den Krankenkassen übernommen. An vielen Krankenhäusern kämpfen die Beschäftigten für die Umsetzung. DIE LINKE steht an ihrer Seite.

Große Überschriften, nichts dahinter. Spahns Papiertiger
Noch immer fehlen in Krankenhäusern 100.000 Pflegekräfte. In der Altenpflege fehlen mindestens 40 000 Stellen. Die Bundesregierung weigert sich, eine gesetzliche Personalbemessung einzuführen, die sich am tatsächlichen Pflegebedarf orientiert. Das wäre das wirksamste Mittel gegen den Pflegenotstand. In der Altenpflege verspricht das neue Gesetz von Gesund- heitsminister Spahn kaum Besserung. Seine »Offensive« für mehr Ausbildungsplätze hat bisher keine konkrete Unterset- zung, sie ist vor allem eine Überschrift.

Nicht nur zum Frauentag: Pflegearbeit ist mehr wert
Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen haben Probleme offene Stellen zu besetzen, weil die Arbeitsbedingungen so viel Stress bedeuten, dass die Pflegekräfte Vollzeitarbeit nicht durchhalten können – oder nur einige Jahre lang. Pflege ist ein Frauenberuf: Über 85 Prozent aller Pflegekräfte sind Frauen. Frauen werden für ihre Arbeit geringer bezahlt als Männer. Im Durchschnitt verdienen Frauen in Deutschland 21 Prozent weniger als Männer. Wenn der Profit im Vordergrund steht, bleibt das Wohl der Menschen auf der Strecke: von Patienten und Pflegenden. Wenn die Arbeitsbedin- gungen und Bezahlung für Frauen verbes- sert werden, finden sich mehr Pflegekräfte.

DIE LINKE fordert:

  • Pflegenotstand stoppen: Für eine gesetzliche Personalbemessung im Krankenhaus: 100.000 Pflegekräfte mehr.
  • Die Löhne in der Pflege müssen steigen! Statt unfreiwilliger Teilzeit und Dauerstress wollen wir einen guten Personalschlüssel, bessere Bezahlung und kurze Vollzeit für alle.
  • Menschenwürdige Altenpflege ist mehr wert: 40 000 Pflegekräfte zusätzlich und ein Pflegemindestlohn von 14,50 Euro.
  • Ausbildungsoffensive: Es müssen sofort 10 Prozent mehr Ausbildungsplätze bereitgestellt werden. Das wären 8.000 zusätzliche Pflegekräfte mehr im Jahr. Diese Quote soll in den kommenden fünf Jahren auf 20 Prozent erhöht werden.