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Gerd Nier (DIE LINKE.)

Mal wieder ein „Genosse“ der Bosse

Auf- oder Abstieg des Siegmar Gabriel?

Er gibt zwar zu Allem und Jedem seine ungefragten Statements und Kommentare vor jedem ihm hingehaltenen Mikrofon. Kommentiert und kritisiert seine ehemaligen Partei- und Ministerkollegen, versteht sich aber im Umgang mit Posten in der Industrie absolut nicht mehr als Politiker, da er ja seit 2019 kein politisches Mandat mehr innehat. Und so ist es für ihn völlig selbstverständlich, dass er dem Schweinesystem Tönnies für schlappe 10.000 € im Monat als Türöffner in die Politik seine Dienste zur Verfügung stellte.

Als amtierender Bundeswirtschaftsminister hatte er noch das System der Ausbeutung in der deutschen Fleischindustrie als „Schande für Deutschland“ bezeichnet. Aber ganz in den Fußstapfen seines Vorgängers des niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren Bundeskanzlers Gerhard Schröder handelt er nach dem Motto „ was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“. Kohle scheffeln, wo Kohle gescheffelt wird oder Schweinebarone mästen um ein Filetstück abzubekommen. Oberster Autolobbyist konnte er nicht werden, das hat ihm die massive öffentliche Kritik noch vermasselt. Aber von seinem Engagement für den Schweinebaron Tönnies an dem „er und sein Geschäftspartner absolut nichts problematisches sehen können“, musste er bedauerlicherweise nur wegen einer schwierigen persönlichen Erkrankung Abschied nehmen. Ob er diese berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen könne, sei für ihn im Mai dieses Jahres noch unklar gewesen. Die Firma Tönnies mache ja mit ihrer Ausbeutung von überwiegend rumänischen Arbeitern mit Werksverträgen „nichts Verbotenes“. Im Gegenteil nach Gabriels Ansicht ist dieser Betrieb systemrelevant insbesondere mit Blick auf den chinesischen Markt.

Da kann man nur noch das Kotzen kriegen. Sowohl bei den Bildern aus Tönnies Zerlegungsfabriken, den ihn anliefernden Massentierhaltungsställen und den menschenunwürdigen Behausungen der ausgebeuteten Arbeiter. Übel wird einem aber auch, wenn man sich vergegenwärtigt, wie immer wieder führende Sozialdemokraten die ehemals beschworenen Ideale ihrer Partei verraten und damit die Politik insgesamt in Misskredit bringen. Vom Kanzler zum Gazprom-Vorstandsmitglied, vom Wirtschaftsminister zum Tönnies-Lobbyisten, die Liste ließe sich noch deutlich verlängern. Vom Genossen zum Genießer, vom Mitglied einer sich immer noch als Arbeiterpartei bezeichneten Ex-Volkspartei zum hoch-dotierten Vertreter von Kapitalinteressen. Christen würden vermutlich sagen vom Paulus zum Saulus.

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