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Gerd Nier für den KV Göttingen

Kunstquartier Göttingen

Die finanziellen Risiken sind nicht wirklich kalkulierbar, die Einwände von Bürger/innen sind massiv und auch in den regionalen Politikerkreisen wächst das Grummeln.

 

Aber durch Besuche von Kulturstätten in zwei europäischen Metropolen soll die zukünftige „Kunstachse Paris-Berlin-Göttingen“ den Ratsmitgliedern nun endgültig schmackhaft gemacht werden. Damit die Strahlkraft des Göttinger Kunstquartiers nicht durch kleinkarierte politische Diskussionen und Nörgeleien von Bürger/innen weiterhin getrübt wird, plant der Spiritus Rektor des Projektes, der Göttinger Verleger Gerhard Steidl, nach glaubhaften Aussagen schon zu Beginn dieses Jahres gemeinsame Reisen mit Rats- und Verwaltungsmitgliedern nach Paris und Berlin.

Die finanziellen Risiken sind  nicht wirklich kalkulierbar, die Einwände von Bürger/innen sind massiv und auch in den regionalen Politikerkreisen wächst das Grummeln.

Aber durch Besuche von Kulturstätten in zwei  europäischen Metropolen soll die zukünftige „Kunstachse Paris-Berlin-Göttingen“ den Ratsmitgliedern nun endgültig  schmackhaft gemacht werden. Damit die Strahlkraft des Göttinger Kunstquartiers nicht durch kleinkarierte politische Diskussionen und Nörgeleien von Bürger/innen weiterhin getrübt wird, plant der Spiritus Rektor des Projektes, der Göttinger Verleger Gerhard Steidl, nach glaubhaften Aussagen  schon zu Beginn dieses Jahres gemeinsame Reisen mit Rats- und Verwaltungsmitgliedern nach Paris und Berlin.

Vor Ort sollen sich die Teilnehmer/-innen ein Bild davon machen, wie Ausstellungs- und Veranstaltungslokalitäten in den beiden europäischen Metropolen gestaltet wurden und was man davon für Göttingen lernen kann. Da möchte ich dann mit meinen Anmerkungen auch einen Beitrag zur angemessenen Würdigung dieses Jahrhundertprojektes leisten und auf die jetzt schon getätigten „Vorarbeiten“ verweisen.

In den vergangenen Jahren hat Herr Steidl im Nikolaiviertel zielstrebig  Häuser aufgekauft. Mittlerweile befinden sich mindestens acht Häuser bzw. Grundstücke in seinem Besitz. Die Fachwerkhäuser Nikolaikirchhof 6 und 7 wurden abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Von der  Düstere Straße 7  steht nur noch das Skelett. Alles Weitere liegt momentan noch im Dunkeln. Sagen kann man aber jetzt schon, dass bisher für gut 50 Menschen in diesem Areal preisgünstiger Wohnraum zerstört bzw. umgewidmet wurde. Dies läuft zwar dem Leitbild Wohnen in der Innenstadt erkennbar entgegen, muss aber wohl im Interesse der großen Sache in Kauf genommen werden. Was macht man nicht alles für ein „Grass Archiv“, wenngleich  das wirkliche Archiv längst in Lübeck existiert.

Und was bedeutet das Verschwinden eines Spielplatzes schon als Opfer für einen großartigen „Skulpturenpark“. Ich denke die Stadt wird bei den üppig vorhandenen freien Flächen in der Umgebung schon eine Alternative zur Kompensation des wegfallenden Spielplatzes finden.

Mal ehrlich: Was spielen da ein paar hunderttausend Euro an Kürzungen für Museum und Stadtarchiv, etc. für eine Rolle; was sollen da die Bedenken kleinerer Kulturinitiativen vor einer Verknappung der freiwilligen Leistungen, wo doch eh schon kaum mehr was da ist. Was soll all diese kleinkarierte Nörgelei, bei der jetzt schon zu erahnenden Strahlkraft der Kulturachse Paris-Berlin-Göttingen.

Ach ja, und sollten die Versicherungskosten für die hochkarätigen Exponate, die nach Göttingen kommen sollen, vom Mäzen und/oder der Stadt nicht getragen werden können und die erhofften 160.000,00 Euro an noch nicht gedeckten Spenden für den laufenden Betrieb nicht zusammen kommen, dann kann der OB doch immer noch über eine Stundung der vertraglichen Verbindlichkeiten aus dem Entschuldungshilfeprogramm mit dem Land verhandeln. Herr Oppermann müsste dann nur nochmal bei der Bundeskulturstiftung oder der Staatsministerin für Kultur und Medien vorstellig zu werden und den epochalen Charakter des Projektes herausstreichen.

Vorsicht: Die 4,5 Millionen Euro aus dem Bundestopf und die 500.000 aus dem Stadtsäckel sind erst einmal nur für die Errichtung zweier Gebäude gedacht. Sollte daran festgehalten werden das Quartiersprojekt in seiner ganzen Größe zu realisieren, müssen schon noch ein paar Millionen hinzukommen.

Übrigens: Unabhängig, wie man zu dem Projekt steht, hat jemand eigentlich mal über die Nutzung der in der Nähe liegenden, bald frei werdenden Markthalle nachgedacht?