13. Juni 2017

Demonstration gegen den geplanten Weiterbetrieb des Flüchtlingslagers Siekhöhe

Gegen den geplanten Weiterbetrieb des Flüchtlingslagers Siekhöhe demonstrierten am Samstag, den 10.6.17, ca. 150 Teilnehmer in der Göttinger Innenstadt. Zur Demo aufgerufen hatte die Basisdemokratische Linke. Am Dienstag entscheiden die Mitglieder des Sozialausschuss der Stadt über die Schließung der Flüchtlingsunterkunft im Nonnenstieg (IWF) oder der Einrichtung auf der Siekhöhe. Die Verwaltung ist fest entschlossen, das IWF zu schließen und die Siekhöhe beizubehalten. Die Siekhöhe ist aber gar kein Wohngebäude, sondern eine Lagerhalle ohne Fenster und ohne Zimmer. Es gibt nur eine notdürftige Unterteilung von Verschlägen, in denen viele Menschen unterschiedlichsten Alters zusammenleben müssen. Für das „Vernetzungstreffen der freiwilligen Initiativen zur Unterstützung von Geflüchteten“ hielt unser Mitglied Konrad Kelm eine Rede. Darin führte er aus:

„Die Stadt Göttingen zeigt ihr hässliches Gesicht. Sie entfernt sich immer weiter vom Gedanken einer solidarischen Einwanderungsgesellschaft. Mit dem Camp Siekhöhe als einziger Massenunterkunft in Göttingen wird einer Integration ein Riegel vorgeschoben und findet eine Isolierung ... statt.

Die Geflüchteten befinden sich zwar in Deutschland, ihr Zugang zur Stadt ist aber äußerst erschwert und auch gar nicht mehr gewollt. Über viele Wochen und Monate sind sie zur Untätigkeit verdammt, findet ihr Leben unter der Kontrolle von Deutschem Roten Kreuz und Security statt, müssen sie sich derem Regime unterwerfen, werden sie in Hilflosigkeit und Unselbstständigkeit gehalten. … Was aber wartet am Ende auf die Flüchtlinge? Die Wahrheit ist, dass für viele von ihnen die Wartezeit mit ihrer Abschiebung beendet wird. Die Verzweiflung und Ausweglosigkeit, von der uns viele Flüchtlinge aus der Siekhöhe erzählt haben, ist nur zu berechtigt.

Wir wollen da nicht tatenlos zusehen. Wie vor zwei Jahren, als wir die Geflüchteten mit „refugees welcome“ begrüßt und uns mit ihnen zusammengetan haben, sind wir heute solidarisch mit den Geflüchteten in der Siekhöhe. Und wir sind viele. Und wir werden uns von den Schikanen, Kontrollen und Hausverboten in der Siekhöhe nicht abhalten lassen, uns mit den Bewohnern zusammenzutun.“